Fünfter Fastensonntag, Lesejahr C

Familiengottesdienst in der Kirche Christus König

Schwäbisch Hall, 17. März 2013


Evangelium: Joh 6,32-35


Die Worte Christi bewirken Wandlung des Brotes

zur Lebensgemeinschaft des Himmels


Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens“, also das Brot, das wirklich satt und glücklich macht.

Deswegen sind wir heute Morgen zu ihm gekommen. Jesus, der Sohn Gottes, stieg vom ganz hohen Himmel zu uns auf die Erde herab, um uns an seinen Tisch einzuladen. Das hat er während seines Erdenlebens immer wieder getan, so wie wir uns täglich an einen Tisch setzen, um gemeinsam zu essen und zu trinken. Auch beim letzten Mal, beim Letzten Abendmahl, hat Jesus zusammen mit seinen Jüngern „Brot“ gegessen.


Das Besondere beim „Letzten Abendmahl“ war nun, dass Jesus besondere Worte über das Brot gesprochen hat: Jesus wollte in dem Brot, das er austeilt, für immer bei und in und mit seinen Jüngern bleiben. Seine Worte waren: „Dieses Brot – mein Leib!“

Weil Jesus der Sohn Gottes ist, haben seine Worte die Macht und die Kraft, das Brot zu wandeln, es so umzugestalten, dass es sein eigener Leib wird – und bleibt!

Wer also dieses Brot aufnimmt und isst, das Brot, über das Jesus seine Worte gesprochen hat, der bekommt Anteil am Leib Christi und nimmt die Gestalt Christi an. „Der Mensch ist, was er isst“ (Ludwig Feuerbach).


Jesus will aber alle Menschen an seinen Tisch einladen. Jesus will dadurch in diesem seinem Brot mit allen Menschen verbunden sein. Deshalb hat er den zwölf Aposteln und allen seinen Jüngern den Auftrag gegeben: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“


Nach dem Letzten Abendmahl ging Jesus den Kreuzweg, um das Leid der Welt auf sich zu nehmen. Für alle Menschen, die leiden müssen, gibt es nun das Jesus-Brot, gleichsam als Arznei seiner Liebe. Für alle Menschen, groß und klein, gibt es nun das Jesus-Brot, gleichsam als Arznei der Gemeinschaft mit ihm. Für die ganze Menschheit gibt es nun die Kirche gleichsam als Arznei des Heiles, dass im Jesus-Brot alle Menschen zueinander finden können, um miteinander zu teilen – und das macht wirklich glücklich!


Eigentlich hungern wir nach bleibender Gemeinschaft mit Gott und untereinander; dieses „Bleiben“ ist uns in diesem Brot gewährleistet. Wenn wir als Kirche miteinander Eucharistie feiern, und der Priester die Worte Jesu Christi ausspricht über dieses Brot, dann gewährleistet die Kirche insgesamt das Bleiben der Menschheit in der Gemeinschaft Christi. Diese Gemeinschaft bewirkt schließlich die Auferstehung für alle und alles, so wie er von den Toten auferstanden ist.


Was macht also das Glück dieses Brotes aus?

Glücklich macht die Beziehung zu dem, der das Brot zu geben vermag, das wirklich satt macht.


Unser Beitrag ist es, dass dieser Tisch reichlich gedeckt ist. Unser Glück als Gemeinde und Kirche ist es, diese Lebensmitteilung des Himmels füreinander offen zu halten.


Pfarrer Karl Enderle

 

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