Eucharistiefeier am 3. Sonntag im Jahreskreis,
Lesejahr C

Schwäbisch Hall, 24. Januar 2010

 

Lesung: 1 Kor 12,12-14.27

Evangelium: Lk 1,1-4;4,14-21

 

Man kann das Rad nicht ständig neu erfinden. Deswegen halten sich alle, die beruflich oder privat mit Rädern zu tun haben, an die Überlieferung derer, welche von Anfang an das Rad erfunden haben: Das Rad ist rund!

 

Liebe Mitchristen! Jemand sagte einmal, man müsste für die heutige Zeit eine neue Bibel schreiben oder die Bibel neu schreiben. Was halten Sie von der Idee?

 

Während meiner Zeit als Student habe ich ein paar wichtige Grundsätze mitbekommen. Ein wesentliches Prinzip lautet: Wir können nicht hinter die Ebene des Evangeliums zurück. Die Hochebene der vier Evangelien ist eine Erkenntnisebene, welche die entscheidende Perspektive über Jesus von Nazaret weitergibt. Um dieses Geschenk des Glaubens geht es!

 

Deshalb begründet der Evangelist Lukas ganz klar sein Vorgehen. Er macht es ebenso wie die anderen, die versucht haben, „einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat.“

 

Auch der Evangelist Lukas hält sich an „die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.“ Diese Vorgehensweise ist gleichsam das Echtheitszertifikat unseres Glaubens.

 

Zugleich ist dieses Verhalten Ausweis von Demut, denn damit reiht er sich ein in die Reihe der Diener des Wortes.

 

Auch Jesus war einer davon, in dem er in der Synagoge in Nazaret auftritt. Selbst wenn es heißt, Jesus kann unmöglich den Propheten Jesaja in dieser Versfolge vorgelesen haben, so geht es hier vielmehr um die Aussage dieser vom Evangelisten Lukas ausgewählten Verse.

Diese Verse eröffnen den echten Blickwinkel über Jesus den Christus. Diese Perspektive entspricht dem, was Gott selbst uns zeigen will.

 

Wieso Gott selbst?

Als Hörer und „Diener des Wortes“ sind wir verbunden mit dem Wort, das im Anfang war.

 

Im Anfang war das Wort!“ (Joh 1,1). Alle, die Weihnachten gefeiert haben, sind eingeladen, sich einzureihen in die Schlange all derer, die dem menschgewordenen Wort Gottes ihren Dienst anbieten.

Wer in dieser Schlange steht, braucht nicht lange zu warten; es ist keine Warteschlange, sondern: Es hat sich bereits in unsere Ohren hinein erfüllt. Jesus, der Retter, ist da.

Ihm zu dienen, heißt Rettung bringen, zum Beispiel den Einwohnern auf Haiti, gleich heute.

 

Hören wir dazu den Aufruf der Deutschen Bischöfe.

 

 

Pfarrer Karl Enderle

 

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