Predigt am 13. Sonntag im Jahreskreis C

Schwäbisch Hall, 27. Juni 2010


Lesung: 1 Kön 19,6b.19-21

Evangelium: Lk 9,51-62


Weit weg, in Südafrika, fliegt ein rundes Ding in das Eckige – und auf vielen Plätzen und in vielen Wohnzimmern fliegen die Arme hoch und Schreie gellen und Tröten tönen überlaut …

Nun, es ist Fußball-Weltmeisterschaft; die Meisterschaft im Fußball wird ausgemacht. Zielstrebig geht es vorwärts. Auch wenn am Schluss nur eine Mannschaft gewinnen kann, so gibt es doch viele Sieger. Manche hätten nicht gedacht, so weit zu kommen. Für diese stimmt es dann auch.

Wenn das persönlich gesetzte Ziel mit dem Ergebnis übereinstimmt, dann macht das sehr zufrieden.


Liebe Mitchristen, wie ist das mit der Zufriedenheit für das persönliche Leben?

Da gibt es doch auch kleine und große Ziele. Was wir uns vorgenommen haben, möchten wir doch auch erreichen. Dann werden wir zufrieden.


Oft sind es andere Personen, die uns für ein Ziel begeistern. Mitmenschen zeigen uns auch, wie etwas geht. Was ist uns lieber: eine Bedienungsanleitung oder jemand, der uns direkt etwas zeigt?

Nur so geht es gut und wird gelingen, wenn man einen Menschen hat, der etwas vormacht. Das gilt vor allem auch für den religiösen Bereich.


Elija wird von Gott beauftragt, Elischa zu berufen, in seinen Dienst zu treten. Von seiner bisherigen Arbeit auf dem Feld wird er weggeholt, und er darf sogar noch zu Hause Abschied nehmen.


Doch diese Zeiten sind bei Jesus endgültig vorbei. Ihm nachzufolgen duldet keinen Aufschub. Er beansprucht alle, die ihm nachfolgen wollen, bis in die Wurzel ihrer Existenz hinein. Seine Beispiele lassen nichts zu wünschen übrig; sie sind eindeutig und klar. Zuletzt nennt er das Beispiel mit dem Pflügen. Sich für das Reich Gottes engagieren heißt, nach vorne schauen.


Mit diesem Ruf in die Nachfolge kommt Jesus uns Menschen sehr entgegen. Wer dieses Ziel vor Augen hat, dessen Vergangenheit wird entlastet, denn von der Zukünftigkeit des Reiches Gottes her wachsen Kräfte zu.

Die Tauglichkeitsprüfung für das Reich Gottes besteht im Blick nach vorne. Das bündelt die Kräfte. Wenn man ein übergeordnetes Ziel vor Augen hat, hebt das einen über den Alltag hinweg und ein Ziel über den Tag hinaus löst uns von Kleinkariertheiten, in die wir uns so gern verfangen.

Was die Nachfolge angeht, so geht es darum, unsere persönlichen Lebensziele mit den Vorgaben Jesu Christi in Übereinstimmung zu bringen. Darin können wir unsere persönliche religiöse Weltmeisterschaft erlangen. Schließlich ist es jedem aufgegeben, sein persönliches Leben zu meistern.


Friedfertige Konsequenz ist ein Punkt, der uns durch das Evangelium vor Augen geführt wurde: „Sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.“


Außerdem ist der Weg Jesu nicht der bequemste, das veranschaulicht die Rede vom Fuchs und seiner Höhle und vom Nest des Vogels.


Jesus verlangt auch den Abstand zu üblichen Gewohnheiten und Bedürfnissen, denn die Dringlichkeit, das Reich Gottes zu verkünden, ist übergroß. Gerechtigkeit für alle Menschen und die gesamte Schöpfung ist ein lohnenswertes Ziel, das wir nur im Bund mit Gott erreichen können.


Oft ist es sehr anstrengend, am Ball zu bleiben, dass in allem Gottes Wille geschieht. Danach zu streben, was Jesus in vollkommener Weise vorgelebt hat, kann zur persönlichen Weltmeisterschaft des Glaubens werden.


Ich wünsche uns möglichst viele Tore. Trainingszeit ist jede Woche einmal so cirka eine Stunde in Ihrer Kirche, meistens am Sonntagvormittag. (es gibt aber auch Trainingsmöglichkeiten unter der Woche – oder: Weitere Trainingsmöglichkeiten entnehmen Sie bitte dem Forum.).

Trainiert wird folgende Einheit:

suchen und finden – Tor!

hingehen und begegnen – Tor!

hingeben und empfangen – !


Pfarrer Karl Enderle, Schwäbisch Hall

 

 

zurück