Predigt am 1. Adventssonntag, Lesejahr C

mit Vorstellung der Kommunionkinder 2010

Schwäbisch Hall, 29. November 2009

 

Lesung: 1 Thess 3,12-4,2

Evangelium: Lk 21,25-28.34-36

 

Liebe Kommunionkinder!

 

Wir haben jetzt zweimal eine Botschaft aus der Heiligen Schrift gehört. Die erste wurde vorgelesen aus einem Brief des Apostels Paulus, die zweite habe ich vorgetragen aus dem Evangelium nach Lukas. Was wir dabei gehört haben, ist sehr wichtig, also überaus wichtig!

Gerade weil das Gehörte so wertvoll für unser Leben ist, müssen wir überlegen, wie wir es am besten behalten.

 

Wie geht das?

>>> Indem wir mit beiden Ohren hören – und das geht so: mit den beiden Handinnenflächen die Ohren vergrößern.

>>> Wo kommt das Gehörte jetzt an?

Richtig, es sickert in unser Herz hinab, da kommt die Frohe Botschaft an, ganz tief in uns machen die Worte Christi unser Herz fest. Unser Herz wird gefestigt (vgl. Lesung), dass wir in Gottes Wohlgefallen stehen.

 

Dadurch, dass wir das spüren, Gott liebt dich, … und mich, durch dieses Gespür geht unser Herz auf! Und wenn unser Herz aufgeht, dann können wir mit dem Herzen umso besser sehen. Das ist euer Wunsch für den Kommunionweg. Auf die Stellwand habt ihr euer Foto auf ein rotes Herz geklebt.

 

Wir brauchen schon die Augen, um zu sehen, aber eigentlich sehen tun wir mit dem Herzen! Wir sagen zum Beispiel ja auch: Herzlich willkommen! Oder wenn wir etwas mit viel Liebe machen wollen, dann tun wir das herzlich gern.

Wenn etwas mit viel Liebe gemacht ist, dann schmecken wir das auch, etwa bei einem leckeren Mittagessen. Oder ihr malt ein Bild – da sehen wir die Kleinigkeiten, dass sie liebevoll ausgemalt sind für den Betrachter. Oder ein gutes Wort zwischendurch kommt aus dem Herzen!

 

Liebe Erwachsene, liebe Eltern, - zwischendurch bemerkt – das Leben wird durch das lebenswert, was wir mit dem Herzen hören und sehen!

So sind wir eingeladen, im Advent uns zu besinnen, dass wir auf einen herzlichen Umgang miteinander bedacht sind, einander Gutes sagen und einander Gutes tun.

 

Auf diese Weise stehen wir in Gottes Wohlgefallen, und wir brauchen uns vor der Zukunft nicht zu fürchten. Denn in der Zukunft wird er kommen, der Erlöser, der uns gelehrt hat, einander als Brüder und Schwestern zu sehen. Das wiederum können wir nur mit dem Herzen. Aber so, wie das körperliche Auge das Tageslicht, das Licht von der Sonne braucht, so braucht das Herz das Licht von Gott.

 

Die Adventskerze, die erste, die brennt, ist jetzt das wichtige Zeichen, dass uns das Licht von Gott neu aufgeht, es ist das erste Geschenk in der Vorweihnachtszeit.

Jetzt gleich werden wir singen: „Komm, o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist! Ach zieh mit deiner Gnade ein!“ (GL 107,…) Das ist nichts anderes als neues Licht von Gott, damit wir mit dem Herzen neu sehen!

Liebe Kommunionkinder! Mit diesem Lied unterstützen wir euren Wunsch: Ich möchte mit dem Herzen sehen!

 

 

Pfarrer Karl Enderle, Schwäbisch Hall

 

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