6. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A


Schwäbisch Hall, 13. Februar 2011



Erste Lesung: Sir 15,15-20

Zweite Lesung: 1 Kor 2,6-10

Evangelium: Mt 5,17-37



Wir haben die Wahl groß zu sein oder klein im Himmelreich. Das Halten der Gebote ist entscheidend.

Der langen Rede kurzer Sinn, und das Ganze noch einmal von vorn: „Wenn du willst, kannst du das Gebot halten; Gottes Willen zu tun ist Treue.“ So hat dies das Buch Jesus Sirach schön zusammengefasst und uns auf das Eigentliche aufmerksam gemacht. Auch Jesus Christus geht es heute um nichts anderes, als den ursprünglichen Willen Gottes zu verdeutlichen. Darauf beruhen all diese Gebote. Damit uns dies gelingt, wurden die weiteren Ausführungen angefügt.


Heute gilt uns also die Einladung, ein echtes Original zu sein und zu bleiben. Leben aus dem Ursprung, das ist echte Religiosität: die Anbindung meines Lebens an den eigentlichen Willen Gottes.

Dazu gehört das Wort von der Treue. Wenn unser Leben rückgebunden ist an die Treue Gottes, wird es daraus gespeist und genährt.


Wie sehr unsere Gesellschaft vom originalen Leben entfernt ist, mag jeder und jede durch den Schluss-Satz des heutigen Evangeliums beurteilen: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“

Diese praktische Anweisung für alle Tage und jede Situation lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Scheidung der Geister auf das Gute und Göttliche hin entspricht der Konsequenz Jesu. Deshalb sind wir bei ihm, unserem Herrn, gut aufgehoben. Wir sind aus seinem „guten Hause“! Unsere Sprache zeugt davon.


Ein klares Ja oder ein klares Nein, das ist um Gottes Willen nicht immer leicht. Wir können Hilfe bekommen aus den „Tiefen Gottes“. Ein unerschöpflicher Quell steht uns zur Verfügung. Das Schöpfgefäß für dieses „lebendige Wasser“ ist das Gebet: die Bitte um den Heiligen Geist. Die verborgene Weisheit Gottes haben die Machthaber dieser Welt vielfach nicht erkannt. Deshalb wundert sich der Apostel Paulus nicht darüber, dass sie „einst“ entmachtet werden.


Eine wirkliche Stimmigkeit unter den Menschen vermag Gott allein zu bewirken. Der eine Quell aus den Tiefen Gottes belebt die da oben und die da unten, und diese Verbindung „funkt-ioniert“ über Grenzen hinweg und lässt die Menschen einander näherkommen.


Am Anfang schuf Gott nur Originale – Menschen als sein Ebenbild. Der Heilige Geist bewirkt die Wiederbelebung unserer Originalität. Und mitten in Kirche und Gemeinde hat uns Jesus Christus heute lange gepredigt. Wer die Gebote Gottes halten will, der kann dies auch. Deswegen höre ich jetzt auf mit meiner Predigt – in Gottes Namen. Amen!



Pfarrer Karl Enderle, Schwäbisch Hall

 

zurück